„Bemerkenswert, wie die Jungs durchziehen“

Sebastian Bollmann
Anfang November traf sich die U19 Nationalmannschaft der Herren zu einem Trainingslager in Regensburg. Auf dem Programm stand allen voran Übungen aus den Bereichen Schnelligkeit, Kraft und Koordination. Floorball.de sprach mit Sebastian Bollmann, Co-Trainer im Team von Andreas Schulz, der als Sportwissenschaftler für die Fitness des deutschen Floorball-Nachwuchses verantwortlich ist.
floorball.de: Sebastian Bollmann, wie fit sind unsere Junioren-Nationalspieler? Wie lautet dein Eindruck, allen voran nach dem Trainingslager-Wochenende in Regensburg?
Das muss man differenziert betrachten. Was die Leistungen im Schnelligkeits- und Explosivkraftbereich betrifft, hat sich ein durchwachsenes Bild ergeben. Allerdings waren ein paar Ausrutscher nach oben dabei, die wiederum auf sehr hohem Niveau stattfanden. Von der Fähigkeit der Jungs hochintensive Belastungen über einen längeren Zeitraum zu tolerieren, war ich absolut positiv überrascht. Nicht dass ich den Spielern das nicht zutrauen würde, aber auf welchen Niveau die Jungs das durchgezogen haben (ohne Ausnahme übrigens) war bemerkenswert. Wichtig ist nur, dass solche Reize regelmäßig gesetzt werden. Bei den sportartunspezifischen koordinativen Übungen waren hingegen hier und da Schwächen vorhanden. Dies ist auch wenig verwunderlich, wenn man einige Übungen zum ersten Mal ausprobierte. Dennoch halte ich diesen Bereich für sehr wichtig. Außerdem kann man hier mit wenig Aufwand in kurzer Zeit viel bewegen.
Wie viel kann ein einzelnes Wochenende bei den Spielern bewirken? Bekommen die Spieler auch einen Input für das Vereinstraining?
Der Trainingseffekt ist bei einmaligen Veranstaltungen natürlich überschaubar. Dem Trainerteam war es wichtig, verschiedene Möglichkeiten für ein Konditions- und Koordinationstraining zu zeigen. Welche Übungen, welche Organisationsformen und welche Belastungsvorgaben kann man geben? Außerdem haben wir darauf geachtet, die korrekte Ausführung der Übungen zu vermitteln. Und hier sind natürlich die Spieler gefordert, diese Informationen im Verein weiter zu geben.
Du bist ja als Externer in den U19-Trainerstab gekommen. Wie sieht deine Beziehung zum Floorball aus?
Ich hab Floorball an der Uni Halle kennen gelernt und diese Sportart gleich gemocht. Nach meinem Studium bin ich beruflich nach Regensburg gegangen und habe dort angefangen Leistungsdiagnostik, Konditions- und Koordinationstraining für Fußballer, Eishockeyspieler und Kampfsportler anzubieten. Der Kontakt zu einigen Mitgliedern der Floorballszene ist in dieser Zeit aber nie abgerissen. Und so hat sich nach einiger Zeit die Möglichkeit ergeben bei der U19 Nationalmannschaft mitzuarbeiten. Diese Aufgabe hat mich gleich gereizt, weil Floorball sehr schnell und sehr attraktiv ist.